Januar 21, 2026 - 6 Min Lesezeit Authentizität auf die Eins

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Was bedeutet es, „echt“ zu sein?

Lange galt es als oberstes Ziel, kommunikativ so professionell wie möglich zu wirken. Egal, ob Bilder, Videos oder Texte: Content wurde ausschließlich mit professionellen Models sowie Foto- und Videografen erstellt und Texte so lange korrigiert und redigiert, bis sich auch das letzte bisschen Persönlichkeit hinter Floskeln versteckt hatte. Inhalte wurden aufwendig geplant, teuer produziert, auf Hochglanz poliert und bis ins letzte Detail inszeniert.

Und dann?

Plötzlich kommen Plattformen wie ChatGPT, Midjourney und Co. und bieten auch Menschen ohne jahrelange Ausbildung und mühsam gesammelte Erfahrung, die Fähigkeit, im Handumdrehen professionelle Inhalte zu erstellen. Und auf einmal sind nicht mehr die makellosen Inhalte gefragt, sondern die „echten“.

Aber was bedeutet das überhaupt? Wie gelingt wirklich authentischer Content? Und warum lohnt sich das?

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Der Reiz des Echten

Die Psychologie dahinter ist logisch: Standard sorgt nicht für Aufmerksamkeit. Die Flut an „fehlerfreien“ Bildern lässt uns abstumpfen, denn sie sind erwartbar. Im Vergleich dazu wirkt unpolierter Content überraschender, menschlicher und deutlich weniger distanziert. Man empfindet die Inhalte nicht mehr „inszeniert“ oder „verkaufend“ und damit direkt glaubwürdiger.

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Wie funktioniert Authentizität?

Inhalte können sich ihren „Glaubwürdigkeits-Stempel“ auf unterschiedliche Weise verdienen. Dabei braucht es jedoch eine gute Balance auf der Gratwanderung zwischen authentisch und unprofessionell.

Nicht alles, was ungeschliffen und spontan wirkt, ist automatisch authentisch. Authentizität entsteht, wenn man spürt: dahinter stehen echte Menschen mit echten Gedanken, echten Werten und echten Erlebnissen. Dabei bedeutet „echt“ vor allem nachvollziehbar, konsistent und begründet. Wenn diese innere Klarheit einer Marke gegeben ist, wird Authentizität zur logischen Konsequenz, unter der Bedingung, dass:

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  1. Die Haltung der Marke klar vertreten wird

  2. Inhalte nah bei der eigenen Realität und den Erfahrungen bleiben

  3. Eine persönliche Note als Echtheitsfaktor zugelassen wird

  4. Ecken und Brüche als Raum für Identität genutzt werden

  5. Relevanz höher als Reichweite bewertet wird

So entsteht authentischer Content ganz natürlich, wenn Marken das kommunizieren, was sie tatsächlich beschäftigt, prägt und antreibt. Wenn Haltung, Erfahrung und Sprache zusammenpassen, dürfen Inhalte auch unperfekt sein, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Entscheidend ist, dass spürbar wird, warum etwas gesagt wird. 

Was ist jetzt mit KI?

Wir sind große Fans effizienter Prozesse, die mit KI schneller und einfacher bessere Ergebnisse liefern. Auch bei der Erstellung von authentischem Content spielt sie damit eine wichtige Rolle – sie muss aber richtig eingesetzt werden. Um mithilfe von künstlicher Intelligenz authentischer Content erstellt wird, nutzen wir KI vor allem für Gliederungen, Keyword-Ideen, Zusammenfassungen und zum Challengen der eigenen Ansätze:

  • Versteht man, was ich sagen will?

  • Lässt sich der Inhalt besser strukturieren?

  • Wie kann man das noch klarer ausdrücken?

Und natürlich darf KI auch beim Formulieren helfen, aber genau hier liegt der Knackpunkt. Wir verstehen, dass die Versuchung groß ist, einen Text einfach schnell von ChatGPT schreiben zu lassen. Doch selbst mit wirklich guten Prompts geht an dieser Stelle oft die Authentizität verloren. Ein Text, der ohne menschliches Hinterfragen von der KI übernommen wird, hat keine Ecken und Kanten, keine Persönlichkeit und keine Reibung – zumindest keine echte.

Man sollte deswegen bei jedem Formulierungsvorschlag ganz bewusst entscheiden, was wirklich eine Optimierung ist und was einfach nur die Persönlichkeit glättet?

Denn für echte Authentizität reicht es nicht, absichtlich 1–2 Tippfehler in den Text von ChatGPT zu bauen und die Gedankenstriche zu redigieren. Wer wirklich authentisch ist, bekennt sich offen zu dem, wer man ist und zu der ganz eigenen, individuellen Art, wie man das ausdrückt.

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Heißt für die Praxis?

Menschen vertrauen Menschen. Und sie vertrauen Marken erst dann, wenn sie spüren, dass hinter ihnen echte Menschen stehen. Gerade im B2B, wo Entscheidungen komplex sind und Beziehungen über Jahre wachsen, entsteht Vertrauen nicht durch perfekte Inszenierung, sondern durch Nachvollziehbarkeit und Haltung. Marken wirken dann glaubwürdig, wenn klar wird, wer sie prägt, wofür sie stehen und warum sie etwas zu erzählen haben. Authentischer Content macht diese menschliche Dimension von Marken sichtbar und reduziert Distanz. Dabei darf „unpoliert“ aber niemals mit unprofessionell verwechselt werden. Weniger auf Inszenierung und mehr auf echte Geschichten, Erfahrungen und Learnings zu setzen, bedeutet nicht schlampig, unklar oder lieblos zu kommunizieren.

Dabei darf auch die KI unterstützen, um Gedanken klarer, strukturierter und konsistenter auszudrücken. Authentizität entsteht jedoch erst dann, wenn trotz aller Technologie erkennbar bleibt, dass Marken von Menschen gestaltet werden, die Verantwortung für das Gesagte übernehmen.

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Autor: Sophia

Sophias Ideen liegen häufig Out-of-the-Box und landen trotzdem. Der Treibstoff für ihre Energie und gute Laune kommt dabei nicht von ungefähr: Die Eisdiele vor dem Office ist ein häufig frequentierter Energielieferant für Sophia.

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